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David Attenborough aktuell im Programm

David Attenborough - Biografie des Naturforschers

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Wie alles begann

David Frederick Attenborough wird am 8. Mai 1926 in London geboren. Das Talent für außergewöhnliche Leistungen, das sich später zeigen sollte, scheint in der Familie zu liegen, denn auch seinen älteren Bruder Richard Attenborough kennt man – als Schauspieler und Regisseur. Für dessen größten Erfolg mit dem Film "Gandhi" wurde er sogar mit einem Oscar ausgezeichnet.

Während es der Bruder vor und hinter der Kamera im wahrsten Sinne des Wortes dramatisch liebt, zieht es David Attenborough in die Natur. Aus Familienurlauben bringt er tote Insekten und Fossilien mit, die er für die Dekoration seines Zimmers nutzt. Er besucht die Wyggeston Grammar School für Boys in Leicester, dann das Clare College in Cambridge, für das er ein Stipendium erhält. Hier macht er seinen Abschluss in Naturwissenschaften. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis er das macht, wofür man ihn heute kennt: . Denn zunächst dient Attenborough zwei Jahre für die Royal Navy, dann arbeitet er für einen Verlag.

Karriere bei der BBC

1952 tritt er mit der BBC in Kontakt, zwei Jahre später geht seine erste naturwissenschaftliche Sendung live: "Zoo Quest". Der Anfang einer großen Karriere bei der BBC. Von 1965 bis 1968 ist er Controller bei BBC 2, im Anschluss bis 1972 Programmdirektor beider Sender, BBC 1 und BBC 2. Dann aber zieht er sich aus dem Management zurück, um sich wieder auf Naturdokumentationen zu konzentrieren – das Angebot, als Generaldirektor beim Sender zu arbeiten, schlägt er daher aus und tauscht Büroarbeit gegen Wildnis. Sein Metier: Urwälder, Wüstendünen, Eislandschaften, Vulkane, Meere  und Höhlen. Vor allem seine Zurückhaltung schätzen die Fans seiner Naturdokumentationen: An erster Stelle steht die Sache an sich, nicht der Forscher und Filmer.

Bei unzähligen Serien hat Attenborough seine Finger mit im Spiel – darunter "Pot Black", "Match of the Day", The Likely Lads", "The Old Grey Whistle Test " und "Monty Python". Sein besonderer Verdienst: eine sachliche und mitreißende Darstellung des Zusammenhangs und Gleichgewichts zwischen Mensch und Umwelt – ganz nach seinem Motto "Wir sind von der Natur abhängig für jeden Bissen Nahrung, den wir zu uns nehmen, und für jeden Atemzug". Seine Sendungen sind sowohl lehrreich als auch unterhaltsam. Doch nicht nur mit Leidenschaft und Interesse revolutioniert der Forscher die Naturdokumentation. Auch in Sachen Kameratechnik entwickelt er sich weiter, dreht dreidimensional, mithilfe von Drohnen und Hochgeschwindigkeitskameras.

Die bekanntesten Naturdokumentationen von David Attenborough

In seinen Naturfilmen widmet sich Attenborough verschiedenen Organismen, ihrer biologischen Evolution , ihrer Beziehung zur Umwelt und ihrer Klassifizierung. In seiner TV-Trilogie "Life on Earth", "The Living Planet" und "Trials of Life" stellt er dies besonders eindrücklich dar. Hinzu kommen die Filme "Das geheime Leben der Pflanzen", "Das Leben der Vögel", "Das Leben der Säugetiere" und "Verborgene Welten – Das geheime Leben der Insekten". In der Natur scheint es nichts zu geben, das Attenborough nicht interessiert.

Nahaufnahme eines Insekts
"Verborgene Welten – Das geheime Leben der Insekten" gehört zu Attenboroughs bekanntesten Dokumentationen.

Doch damit nicht genug, denn Tiere und Pflanzen sind nicht die einzigen Steckenpferde des Briten. In seiner siebenteiligen Doku "The Tribal Eye" widmet er sich auch den außereuropäischen Urvölkern – darunter denen in Südamerika und Afrika, den Indianern in British Columbia (Kanada), den Nomaden im Iran  und den Sepik-Völkern Neu-Guineas.

Auszeichnungen für ein umfassendes dokumentarisches Werk

Leidenschaft und Ehrgeiz Attenboroughs zahlen sich aus – nicht nur durch beeindruckende Filme, die viele Fans finden, sondern auch in Form zahlreicher Auszeichnungen. Hier die Liste der Ehrungen, die er bis heute erhielt:

  • Desmond Davis Award (1972)
  • Commander of the Order of the British Empire (1974)
  • Fellow der Britischen Akademie für Film- und Fernsehkunst (1979)
  • Kalinga-Preis (1981)
  • Fellow der Royal Society (1983)
  • Ritterschlag (1985)
  • Mitglied der American Academy of Arts and Sciences (1991)
  • Goldene Kamera (1992)
  • International Cosmos Prize (2000)
  • Descartes-Preis für außergewöhnliche Leistungen bei der Vermittlung von Wissenschaft (2004)
  • Ehrendoktorwürde der Universität Uppsala (2007) sowie insgesamt über 30 Ehrendoktortitel
  • Prinz-von-Asturien-Preis in der Kategorie Sozialwissenschaften (2009)

Neben all diesen Auszeichnungen wurden auch einige Fisch- und Pflanzenarten nach dem Naturforscher benannt, darunter die fossile Fischart "Materpiscis attenboroughi", die "Nepenthes attenboroughii", eine fleischfressende Pflanze, und der Langschnabeligel, "Zaglossus attenboroughi". Keine schlechte Bilanz für Attenborough, der am 8. Mai 2016 90 Jahre alt wurde.

Pflanzen
Bemerkenswertes Lebenswerk: Sogar einige Pflanzenarten wurden nach David Attenborough benannt.

Fazit: David Attenborough hat – so scheint es – in seinem Leben alles richtig gemacht. Der Brite erreichte mit seinen 90 Jahren nicht nur ein stolzes Alter, sondern auch beruflich eine ganze Menge. Sein Name ist untrennbar mit der BBC verbunden, für die er viele Jahrzehnte vor und hinter der Kamera tätig war. Bis an die Spitze des Managements wollte er dort jedoch nie, denn seine Leidenschaft galt der Wildnis. Und so verließ er Anfang der 70er Jahre seinen Bürostuhl und machte sich auf zu neuen Abenteuern in der Natur, die er in zahlreichen Dokumentationen festhielt.