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Fakten über Tattoos - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 89 Staffel 1

Tattoos gehören zum ältesten Körperschmuck der Welt und sind nach wie vor extrem beliebt. Was beim Tätowieren passiert, welche skurrilen Trends es dabei inzwischen gibt und wie sich ein Tattoo wieder entfernen lässt, sehen Sie hier im Wissens-Clip.

12.12.2016 15:33 | 4:22 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Vom Ritual zum Mainstream

Tattoo: Der Körperschmuck, der unter die Haut geht

Bühne frei für den wohl ältesten Körperschmuck der Welt: das Tattoo. Früher Auszeichnung und Stammesritual, heute Mainstream und beliebt in allen Bildungsschichten. Das sollten Sie über Tattoos wissen.

Tattoo-Verbot in der Bibel

Wussten Sie eigentlich, dass die Bibel das Stechen von Tattoos verbietet? Im 3. Buch Mose Vers 28 steht nämlich geschrieben: „…dass geätzte Schrift auf der Haut nicht den Vorstellungen des Herren entspricht!“ Heißt: Das Tattoo ist eigentlich unerwünscht bei Christen. Doch glücklicherweise nimmt es die Kirche heutzutage eher locker mit dieser Vorschrift.

Tattoo-Stechen mit der "Gun"

Um ein Tattoo zu stechen, setzt der Tätowierer eine "Gun" ein. So nennt man die Tätowiermaschine in der Fachsprache. Die Nadeln piksen 800 bis 7.500 Mal pro Minute in die Haut. Unter diese setzt die "Gun" unzählige kleine Farbpunkte. Wie einzelne Pixel ergeben sie schließlich ein Gesamtkunstwerk. Wenn die Stiche heilen, bleibt die Farbe in den Zellen eingeschlossen - und zwar ein Leben lang.

In Deutschland gibt es rund 5.000 Tattoo-Studios - das Erste stand 1846 auf der Reeperbahn. Die meisten findet man heute ausgerechnet im streng katholischen Bayern. Tätowierer ist kein Ausbildungsberuf, jeder kann ein Tattoo-Studio eröffnen. Pro Stunde verdient ein Tätowierer in etwa 80 bis 150 €. Im Schnitt dauert das Stechen eines Motivs 1 Stunde und 48 Minuten.

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Mit viel Fingerspitzengefühl trägt der Tätowierer das Motiv mithilfe der "Gun" auf.

Die beliebtesten Tattoo-Motive

Generell gilt: Männer haben häufiger Tattoos als Frauen und bei ihnen sind sie in der Regel größer. Frauen bevorzugen das fein gezeichnete Schriftzeichen am Handgelenk – er den Drachen auf dem Rücken. Bei Gefängnisinsassen gibt es andere Favoriten. Zum Beispiel an der Hand: drei Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger. Sie stehen meistens für die drei Affen des Gottes Vadjra: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Der Ehrenkodex der Inhaftierten.

Ungewöhnliche Tattoo-Trends

Das Tattoo ist schon uralt. In Chile fand man 7.000 Jahre alte Mumien, die Bilder unter der Haut trugen. Heutzutage macht der Kult um die Körperbemalung auch vor früher undenkbaren Körperstellen nicht Halt. Ein Trend: Augapfel-Tattoos. Bei dieser Methode verteilt sich die Farbe mit 40 Stichen unkontrolliert zwischen Binde- und Lederhaut. Ärzte raten davon allerdings ab. Wer es hingegen dezenter mag, für den sind die sogenannten White Tattoos genau das Richtige - sie werden mit weißer Farbe gestochen.

Aber was sagen Tattoos eigentlich über uns aus? Studien belegen, dass Tätowierte glauben, dadurch attraktiver zu wirken. Das stimmt aber nicht. Denn: 40 % der Deutschen finden Tattoos sogar abstoßend. Die Wahrheit ist, dass Nicht-Tätowierte laut Umfragen vertrauenswürdiger wirken.

Männer bevorzugen in der Regel größere Tattoos.
Männer bevorzugen in der Regel größere Tattoos.

Beliebter Körperkult

Trotzdem nimmt die Zahl der Tätowierten immer weiter zu: Und meistens bleibt es nicht bei einem Motiv. Ist ein deutscher Mann tätowiert, hat er statistisch sogar drei Bilder auf der Haut. Schätzungen zufolge sind insgesamt bis zu 8 Millionen Menschen tätowiert. Doch jeder Fünfte will sein Tattoo wieder loswerden. Anlass ist oftmals der Wunsch, sich von Jugendsüden zu befreien. Die Behandlung mit Lasern gilt als die erfolgreichste Methode. Doch ein Tattoo zu entfernen, ist leider bis zu 20 Mal so teuer, wie sich eines stechen zu lassen.

Fazit: Das Tattoo ist ein uralter Körperschmuck. Schon seit Tausenden von Jahren gibt es die Bilder, die unter die Haut gehen. Heutzutage ist das Tattoo kaum mehr wegzudenken.